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Fünf aufregende Tage

Sommercamp für Kinder der Müritzregion in Satow

Sophie Ludewig

Die vier Elemente hautnah waren im Sommercamp in Satow zu erleben. Gemeindepädagogin Christiane Blohm (2.v.r. ) zeigte den Kindern auch, wie sich eine Schutzhütte aus Zweigen bauen lässt.
29.07.2018 ǀ Satow.   Sie trotzten Wind und Wetter, die Teilnehmer des Sommercamps der Kirchenregion Müritz in Satow bei Malchow. Passend zum Thema „Feuer, Erde, Wasser, Luft“ erlebten die rund 50 Kinder die vier Elemente hautnah – Spaß und Spannung waren garantiert und kamen manchmal auch etwas überraschend.

Gebrannt hat es zum Glück nicht und es gab auch kein Erdbeben, aber ansonsten wurde den Teilnehmern des Sommerkindercamps in der ersten Ferienwoche die Kraft der Naturgewalten gut vor Augen geführt. In einer Nacht fegte ein heftiges Gewitter über das große Zeltlager im Pfarrgarten hinweg: Blitz und Donner versetzten einige der Jungs und Mädchen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren in Schrecken, besorgte Eltern meldeten sich per Handy, der Wind heulte und sturzbachartiger Regen flutete die Zelte.

Alle wollten trotz des Unwetters bleiben

„Am nächsten Morgen haben wir dann erstmal das ganze Ausmaß des Unwetters richtig gesehen, das war schon krass. Aber keiner wollte, dass wir deswegen das Camp auflösen“, erzählt Gemeindepädagogin Anke Holzapfel. Nach Hause wollte niemand, denn in Satow gab es jede Menge zu entdecken und zu erleben.

Los ging es jeden Morgen in der Dorfkirche von Satow mit einer Andacht zu biblischen Geschichten, in denen die vier Elemente eine besondere Rolle spielen  Am Tag des Gewitters war – fast schon prophetisch – die Geschichte vom Wunder der Sturmstillung das Thema.

Tagsüber konnten sich die Kinder auf vielerlei Art beschäftigen: basteln und malen im Kreativ-Zelt, aus Holz eine Sitzbank oder ein Xylophon bauen, im See schwimmen, Feuer machen, Brotbacken, einen Lehmofen bauen oder im Wald eine Schutzhütte aus Ästen, Moos und Blättern errichten.

Ein Ausflug in eine Gärtnerei hinterließ bei vielen großen Eindruck: „Das war richtig toll! Da gab es total viel zu sehen, und wir durften Unkraut zupfen und Gemüse ernten“, meinte die zehnjährige Lia aus Malchow. Ihre Namensvetterin aus Evchensruh konnte sich nicht festlegen, welche Aktion ihr am besten gefallen hat: „Ich fand eigentlich alles super, meine Geschwister und ich haben hier echt viel Spaß.“ Für Anne aus Malchow gehörte das Zelten zu den Höhepunkten. „Das ist so schön, denn im Schlafsack ist es gemütlich und man ist immer an der frischen Luft“, erklärte die Zehnjährige.

Jurten mit Feuerstelle waren der Hit

Gemütlich fanden es alle außerdem in den zwei Jurten. Die großen Nomadenzelte waren ein beliebter Treffpunkt und leisteten große Hilfe, als nach dem Gewitter die nassen Zelte, Schlafsäcke und Klamotten der Kinder getrocknet werden mussten – das Beste an einer Jurte ist nämlich, dass man darin ein Feuer machen kann. Auch Anke Holzapfel war von den Jurten begeistert: „Es herrscht dort eine ganz besondere Atmosphäre. Wie man da so zusammen im Kreis um das Feuer herum sitzt, das hat etwas ganz Ursprüngliches an sich. Ich denke, das tut den Kindern, die ja in dieser Hightech-Gesellschaft aufwachsen, sehr gut und erdet sie.“

Obwohl die Organisation und Durchführung einer Ferienfreizeit viel Arbeit bedeuten, fühlten sich auch die rund 25 haupt- und ehrenamtlichen Helfer in Satow sichtlich wohl. Anke Holzapfel: „Wir haben uns als Team super gut gefunden, die Zusammenarbeit klappt wunderbar. Außerdem ist es eine ganz andere Welt hier, in der man den Alltag vergessen kann.“ Ihre Kollegin Christina Blohm aus Malchow,  die dem Camp dank ihrer Zusatzausbildung in Wildnispädagogik neue Facetten verlieh, ist derselben Meinung: „Trotz des ziemlichen Schlafmangels fühle ich mich topfit, weil hier einfach so viel positive Energie herrscht und man mit den Kindern so viele schöne Momente erlebt.“ Am Ende waren sich alle einig, dass sie im kommenden Jahr wieder mit dabei sein möchten – dann allerdings vielleicht besser mit wasserdichten Zelten.
Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 30/2018

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