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Morgenandacht

Von Matthias Bernstorf, Schwerin

"Volkslied“


Montag Nachmittag sind sie direkt an mir vorgefahren: Königin Maxima und König Willem-Alexander in der Werder-Straße in Schwerin, in einem Tross von 16 Fahrzeugen. Damit war ihre Kolonne in etwa so lang wie ihre Nationalhymne.

Die Niederländer sagen lieber „Volkslied“ statt Nationalhymne, und das passt zu ihrem einfühlsamen und bescheidenen Text. 16 lange Strophen, eine frommer als die andere, aus der Zeit der Reformation. Ein kleines Volk befreit sich selbst mit Gottes Hilfe. Das ist die biblische Botschaft dieser Hymne. Sie erzählt von der Befreiung des Volkes Israel, vom kleinen David, der gegen große Gegner gewinnen kann. Im 16. Jahrhundert dachte man bei ‚David‘ an Wilhelm von Oranien, der die übermächtige spanische Armada vertrieb, bei der Fußball-WM in Brasilien schickte man den amtierenden Weltmeister Spanier mit 5 zu 1 nach Hause.

Die vierte Strophe wünscht allen Menschen Trost, die einen geliebten Menschen verloren haben. Das hat König Wilhelm Alexander leider selbst erleben müssen. Ich denke an Friso, seinen nächstjüngeren Bruder, der im Alter von 44 Jahren verstarb.

Bei offiziellen Anlässen werden nur die erste und die sechste Strophe gesungen. Darin heißt es sinngemäß: „Ich vertraue auf dich, Gott. Hilf mir, alle Tyrannei zu vertreiben.“ Selbstbewusst, glaubensstark, freiheitsliebend, mitfühlend – darum haben die Niederlande eine der längsten Hymnen der Welt, aber – wie ich finde - auch eine der schönsten.

Kontakt

Evangelische Kirche im NDR, Redaktion Schwerin
Dr. Matthias Bernstorf
Schliemannstraße 12a
19055 Schwerin
Tel.: Studio (0385) 34 31 85 60
Mobil: (01577) 35 21 531
Fax: (0385) 34 31 85 61
E-Mail: bernstorferr.de

www.ndr.de/kirche


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