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Bericht von der ersten Sitzung des Jahres 2019

Pommerscher Kirchenkreisrat: Aufarbeitung der Geschichte geht weiter

10.01.2019 ǀ Weitenhagen.  Themen: Einrichtung einer Projektpfarrstelle zur Erforschung der Vergangenheit wird Synode empfohlen / Mittelvergabe aus dem Baufonds 2019 / Förderzusagen für Fassadensanierung der Propstei Pasewalk im ehemaligen Jagdschloss der Pommernherzöge / Unterstützung für Greifswalder „Bläsermusik im Kerzenschein“

Der Pommersche Kirchenkreisrat (KKR) empfiehlt der Kirchenkreissynode, 50 Prozent der landeskirchlichen Projektpfarrstelle zur Erforschung der jüngeren Regionalgeschichte im Rahmen des Nordkirchen-Projekts „Die DDR-Vergangenheit der Nordkirche“ in der Zeit vom Herbst 2019 bis zum Herbst 2022 zu finanzieren. Diesen Beschluss fasste das Gremium auf seiner Sitzung am zurückliegenden Dienstag (8. Januar) in Weitenhagen.

Mit dieser Empfehlung ist ein weiterer Schritt in Richtung der Umsetzung des folgenden Synodenbeschlusses vom März 2017 getan: „Mit Blick auf die Bruchstückhaftigkeit der eigenen Geschichtsdurchdringung erbitten wir von der Kirchenleitung der Nordkirche im Einvernehmen mit dem KKR und dem Präsidium der Synode des PEK, einer gemeinsamen Sachverständigengruppe den Auftrag zu erteilen, die Geschichte der Evangelischen Landeskirche Greifswald für den Zeitraum von ca. 1970 bis ca. 1990 in gebotener Ausführlichkeit zu erforschen und darzustellen. Der Kirchenkreis stellt Ressourcen dafür zur Verfügung und bittet die Landeskirche um finanzielle Unterstützung“. Der Schaffung der Projektpfarrstelle waren entsprechende Gespräche zwischen der Pröpstin und den Pröpsten des PEK, Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit sowie dem Dezernat Theologie, Archiv und Publizistik der Nordkirche, vertreten durch Oberkirchenrat Mathias Lenz, Leiter des Dezernats, und Pastor Dr. Thomas Schaack, Referent des Dezernats, vorausgegangen.
 
Enge Zusammenarbeit mit Universitäten
 
Mathias Lenz und Thomas Schaack waren bereits im Februar 2018 in einer Sitzung des KKR zu Gast. Am vergangenen Dienstag war Thomas Schaack erneut nach Weitenhagen gekommen, um die Kirchenkreisratsmitglieder über den aktuellen Stand des Projekts zu informieren. Gemäß dem Beschluss der Kirchenleitung wurde das Konzept in den zurückliegenden Monaten weiterentwickelt. Thomas Schaack hat dazu verschiedene Ideen gesammelt und Kontakte zu Projektpartnern geknüpft. Eine dieser Projektideen ist die jeweils hälftige Finanzierung einer Projektpfarrstelle durch Landeskirche und pommerschen Kirchenkreis. Der PEK würde im Falle eines entsprechenden Synodenbeschlusses seinen Anteil aus der Pfarrkasse finanzieren. „Wir sind schon in einem fortgeschrittenen Stadium der Planungen“, so Thomas Schaack vor den Kirchenkreisratsmitgliedern. „Die Forschung soll an universitäre Zusammenhänge angedockt werden und keine rein kircheninterne Forschung sein.“ Dazu gebe es bereits deutlich positive Resonanz seitens verschiedener Universitäten. Geplant seien zudem vor dem Start der Projektpfarrstelle ein oder zwei Fachkongresse, um Themenformulierung und Forschungsauftrag zu konkretisieren. Auch dies werde in enger Zusammenarbeit mit theologischen Fakultäten und den Instituten der Geschichtswissenschaften geschehen, so Thomas Schaack.
 
Aufarbeitung der Geschichte ist ein langer Weg
 
Den Beschluss der Kirchenkreissynode vom März 2017 bezeichnete Thomas Schaack als eine beeindruckende Erklärung: „Die Synode hat damit deutlich gemacht, dass sie sich dieser Thematik stellen, in diesem Bereich weiter kommen und neue Blickwinkel eröffnen will.“ Zum anvisierten Forschungszeitraum zwischen 1970 und 1990 sagte Thomas Schaack: „Das ist die Zeit mit den meisten weißen Flecken, auf die sich viele Fragestellungen beziehen.“ Außerdem seien noch viele Zeitzeugen verfügbar. Sollte die Synode die Einrichtung der Projektpfarrstelle beschließen, wird sie voraussichtlich an den Archivbereich der Landeskirche angedockt. Den Beschluss des Kirchenkreisrats bezeichnete dessen Vorsitzender, Propst Gerd Panknin, angesichts der personellen Herausforderungen der Zukunft als nicht ganz leichte Entscheidung. Der Beschluss unterstreiche jedoch die Bedeutung und die Wichtigkeit dieses Themas. Bezüglich der Aufarbeitung der jüngeren pommerschen Kirchengeschichte sei bislang schon viel geschehen, aber noch nicht in dieser umfassenden und auf den Punkt bringenden Art und Weise, wie es die Projektpfarrstelle ermöglichen würde, so Gerd Panknin. „Wir befinden uns auf einem Weg, der noch lange nicht endet und den wir weiter gehen werden.“ Ergänzend fügte der Propst hinzu, dass der überschaubare Projektzeitraum von drei Jahren keine Auswirkungen auf die Pfarrstellensituation im PEK haben werde.
 
Mittelvergabe aus dem Baufonds 2019
 
Der Kirchenkreisrat beschäftigte sich in seiner Sitzung mit der Vergabe von Mitteln aus dem PEK-Baufonds 2019 für Patronatskirchen, für Sonstige Kirchen sowie für Pfarr- und Gemeindehäuser. Die Vergabeliste umfasst insgesamt 114 Sanierungsprojekte im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis, davon entfallen 29 auf Patronatskirchen, 57 auf Sonstige Kirchen und 28 auf Pfarr- und Gemeindehäuser. Der Kirchenkreisrat beschloss für diese Projekte die Vergabe von 660.800 Euro aus dem PEK-Baufonds 2019 für Patronatskirchen, 654.600 Euro aus dem PEK-Baufonds 2019 für Sonstige Kirchen und 343.439,91 Euro aus dem PEK-Baufonds 2019 für Pfarr- und Gemeindehäuser. Der Fonds für Pfarr- und Gemeindehäuser 2019 ist damit noch nicht ausgeschöpft. Für die verbleibende Summe in Höhe von 61.460,09 Euro werden daher ausnahmsweise weitere Anträge für 2019 zugelassen, über die dann im Frühjahr 2019 entschieden wird, so der Beschluss des Kirchenkreisrats. Der Erstellung der Vergabeliste liege ein fester Bewertungskatalog zugrunde, informierte Propst Gerd Panknin vor der Beschlussfassung die Kirchenkreisratsmitglieder. Dabei ginge es um Kriterien wie beispielsweise bauliche Notsituationen, die Nutzung der Gebäude oder die Fördermitteleinwerbung. Die Entscheidung, welche Sanierungsprojekte auf die Liste kommen, war ein schmerzlicher Prozess, da die gesamte Antragshöhe bezüglich der Kirchensanierungen dreimal höher als das zur Verfügung stehende Finanzvolumen gewesen sei, so der Propst.
 
Umfangreiche Förderung für Jagdschloss Pasewalk in Aussicht
 
Die abschließende Fassaden- und Außenbereichssanierung des kirchen- und kulturgeschichtlich bedeutsamen Propsteisitzes in der Baustraße 5 in Pasewalk im ehemaligen Jagdschloss der Pommernherzöge kann voraussichtlich zeitnah realisiert werden. Grund dafür sind umfangreiche Fördermittelzusagen. Zu verdanken sind diese Zusagen vor allem dem außergewöhnlich großen Engagement der zuständigen Baubeauftragten des Kirchenkreises in der Propstei Pasewalk, Anett Burckhardt, der es gelang, eine Reihe nicht ausgeschöpfter Fördermöglichkeiten zu recherchieren und mit großem fachlichen Sachverstand und persönlichen Einsatz bei den Fördermittelgebern Gehör zu finden. Aufgrund unvorhergesehener Kostensteigerungen bei der Sanierung der Propstei Pasewalk hatte die Synode im Herbst die Sanierung der Fassade vorbehaltlich weiterer Prüfungen zurückgestellt. Die Kosten für diesen letzten Bauabschnitt betragen rund 200.000 Euro. Durch die eingeworbenen Fördermittel werden nun voraussichtlich Drittmittel in Höhe von 180.000 Euro verfügbar sein. Der Kirchenkreisrat beschloss angesichts dieser erfreulichen Entwicklung vorbehaltlich der Einwilligung des Bauausschusses die Umsetzung der geplanten Maßnahmen an Fassade und Außenanlagen des Gebäudes unter dem Vorbehalt, dass für die in Aussicht gestellten Förderungen die betreffenden Bewilligungsbescheide vorliegen. Die zugesagten Förderungen decken 90 Prozent der Baukosten ab. Sollten nicht sämtliche Förderungszusagen eingehalten werden, so soll das Vorhaben nach dem Beschluss des KKR auch bei einer Abdeckung von 70 Prozent umgesetzt werden.
 
Unterstützung für „Bläsermusik im Kerzenschein“
 
Der Kirchenkreisrat beschloss, der Evangelischen Kirchengemeinde St. Marien Greifswald für die „Bläsermusik im Kerzenschein 2018“ eine Zuwendung in Höhe von 1.000 Euro aus der Haushaltsstelle für „Projekte und Initiativen“ zu bewilligen. Die „Bläsermusik im Kerzenschein“ fand im vergangenen Jahr zum 43. Mal statt. Unter der Leitung von Landesposaunenwart Martin Huss ließen am 15. Dezember in drei aufeinanderfolgenden Konzerten mehr als 200 Bläser aus evangelischen Posaunenchören Advents- und Weihnachtslieder in der mit unzähligen Kerzen erleuchteten Greifswalder Marienkirche erklingen. Der Eintritt zur „Bläsermusik im Kerzenschein“ ist frei, es wird für die Eintrittskarten lediglich eine Schutzgebühr in Höhe von einem Euro erhoben. Für zahlreiche Greifswalder und für viele Menschen der Region sei die jährliche „Bläsermusik im Kerzenschein“ mit ihren geistlichen Klängen fester und unverzichtbarer Bestandteil der Vorweihnachtszeit sowie eine untrennbar mit der Adventszeit in der Hansestadt verbundene Tradition, hieß es zu der Entscheidung aus dem KKR. Die „Bläsermusik im Kerzenschein“ erfreue sich enormer Beliebtheit. Zudem handele es sich um ein Treffen von Posaunenchören aus dem gesamten Kirchenkreis. Der Kirchenkreisrat sprach allen Beteiligten seinen Dank aus und betonte das riesige ehrenamtliche Engagement. Zahlreiche Mitglieder des KKR sind selbst regelmäßig Besuchende dieser Konzerte.    
 
Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit Überlegungen zu Pfarrstellenplanänderungen, mit der Vorbereitung der Frühjahrssynode, die am 29. und 30. März in Züssow stattfindet, mit dem Bewerbungsverfahren für die Projektstelle Orgelunterricht, mit Finanzfragen, mit dem Verfahren für Beschlüsse über Verpflichtungsermächtigungen, mit Personalfragen, mit Anträgen an den Denkmalfonds der Nordkirche 2019 sowie mit der Vergabe von Restmitteln aus dem Jahr 2017. Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 19. Februar 2019 statt.
Quelle: PEK (sk)

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