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Visitationswoche

Propst Panknin besuchte die Kirchengemeinden Kemnitz und Hanshagen

Begleitet von den Kirchenkreisratsmitgliedern Raik Harder und Pastor Dr. Ulf Harder begrüßt Propst Gerd Panknin vor dem Beginn der wöchentlichen Andacht Bewohnerinnen des Pflegeheims im ehemaligen Pfarrhaus in Hanshagen (v.r.n.l.).
10.09.2018 ǀ Hanshagen/Kemnitz.  Mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Kemnitzer Heilig-Kreuz-Kirche endete am Sonntag (9. September) die Visitationswoche in den Evangelischen Kirchengemeinden Kemnitz und Hanshagen. Seit dem 2. September, war Gerd Panknin, Propst der Propstei Demmin im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis, zu der Kemnitz und Hanshagen gehören, in den Kirchengemeinden unterwegs. Unterstützt und begleitet wurde der Propst an mehreren Stationen der Visitation von den Kirchenkreisratsmitgliedern Angelika Beyer, Reinhard Kurowski, Raik Harder, Dr. Gerrit Marx und Pastor Dr. Ulf Harder sowie während der Verwaltungsvisitation vom Leiter des Kirchenkreisamts, Hartmut Dobbe, und während des Besuch der Kirchenchorprobe von Kantor Wilfried Koball.
 
Zahlreiche Gespräche geführt
 
Gerd Panknin machte sich vor Ort ein umfangreiches Bild von der Vielfalt des Gemeindelebens. Er nahm unter anderem an Gottesdiensten teil und an einer Dienstberatung der Mitarbeitenden, visitierte in den Christenlehre- und Konfirmandengruppen, besuchte Proben des Posaunen-, des Kinder-, und des Kirchenchors. Gerd Panknin war Gast eines Gemeindenachmittags und ebenso im Hort, der im Kemnitzer Pfarrhaus sein Domizil hat, in dem auch der Pastor der Gemeinden, Matthias Ballke, mit seiner Familie wohnt. Gerd Panknin führte während der Visitation Gespräche mit zahlreichen Gemeindegliedern, pflegte den persönlichen Austausch mit ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden der Gemeinden und besuchte neben der Kita in Loissin auch die offene Jugendarbeit. Zudem traf sich der Propst mit dem Kirchengemeinderat im Rahmen einer Sitzung des Gremiums.
 
Starkes Gemeinschaftsgefühl spürbar
 
Zu den Kirchengemeinden Kemnitz und Hanshagen, deren Gebiet sich wenige Kilometer östlich von Greifswald befindet, zählen die Ortsteile Kemnitz, Kemnitz-Meierei, Friedrichshagen, Kemnitzerhagen, Loissin, Ludwigsburg, Neuendorf, Rappenhagen, Hanshagen, Gladrow und Karbow. Kirchen stehen in Kemnitz und Hanshagen, in Ludwigsburg befindet sich eine dem heiligen Nikolaus gewidmete Kapelle. „Die Gemeinden Kemnitz und Hanshagen sind über Jahre zusammengewachsen und auf dem Weg zur Fusion. Die Wohn- und Lebensqualität ist hoch und es gibt ein starkes Gemeinschaftsgefühl in den Dörfern hier“, lautete ein Fazit des Propstes zum Abschluss der Besuchswoche. Es gebe eine Vielzahl gemeindediakonischer Angebote von der Kita über den Hort bis hin zur Altenpflege. „Dass so kleine Gemeinden so viel für die Dorfgemeinschaft stemmen, ist gewaltig“, war Gerd Panknin beeindruckt. Er freue sich, wie segensreich die Kirchengemeinden in den Dörfern wirken. Die große Nachfrage für Plätze im Hort in Kemnitz oder im Hanshagener Pflegeheim spräche eine eindeutige Sprache.
 
Besuch im Pflegeheim

Pastor Matthias Ballke führt Raik Harder, Vikar Helge Jörgensen, Dr. Ulf Harder und Propst Gerd Panknin (v.r.n.l.) durch den zum großzügigen Park umgestalteten Pfarrgarten. Im Hintergrund ist das barrierefrei sanierte Pfarrhaus zu sehen, in dem sich ein Pflegeheim und ein Gemeinderaum befinden.
Eine der zahlreichen pröpstlichen Besuchsstationen war das Pflegeheim in Hanshagen. Das Heim befindet sich im modern sanierten ehemaligen Pfarrhaus. Das 1829 erbaute Gebäude diente anfangs als Privatgymnasium mit integriertem Internat. Entsprechend großzügig wurde es errichtet und verströmt noch heute die Anmutung eines Herrenhauses. Das kommt der heutigen Nutzung zugute. In den lichtdurchfluteten und freundlichen Räumen fühlen sich die Senioren sichtlich wohl. Ein großzügiger Gemeinderaum mit Teeküche und Sanitärräumen unter dem Dach komplettiert das barrierefreie Gebäude. Betreutes Wohnen, acht feste Pflegeplätze, Tagespflege, zwei Gastpflegeplätze, eine ambulante Pflege sowie das Angebot der Bedarfsbetreuung gehören zur umfangreichen Angebotspalette des Pflegeheims.
 
Vorbild für weitere Pfarrhäuser
 
„20 Jahre stand das Haus leer, bevor es im Jahr 2015 saniert wurde“, berichtete Pastor Matthias Ballke während eines Rundgangs. Durch die Sanierung wurde das architektonisch und historisch bedeutende Gebäude gerettet und gleichzeitig zukunftsfähig umgestaltet. Inzwischen ist es mit seiner Strahlkraft unverzichtbar für das ganze Dorf. „Ein guter Geist ist in diesem Haus zu spüren, der auch ein entscheidender Grund dafür ist, dass dieses Konzept so gut funktioniert“, lautete die Bilanz des Propstes nach der Besichtigung. Das Hanshagener Pfarrhaus mit seiner Funktion als Pflegeheim und seiner multifunktionalen Nutzung wäre auch als Vorbild und Chance für andere Pfarrhäuser im Kirchenkreis denkbar, so Gerd Panknin. Wichtig sei dabei, dass die jeweilige Kirchengemeinde, so wie es in Hanshagen der Fall sei, hinter dem Konzept stehe. „Bei dieser Art der Nutzung bleibt das Pfarrhaus ein zentraler Anlaufpunkt im Ort und ein Mittelpunkt der Kirchengemeinde, auch wenn dort kein Pastor wohnt“, sagte der Propst.
 
Herzliche Menschen prägen ländliches Lebensgefühl
 
Zusammen mit Raik Harder und Dr. Ulf Harder nahm Propst Gerd Panknin an der Andacht teil, die wöchentlich im Hanshagener Pflegeheim für die Bewohner und die Tagesgäste stattfindet. Gehalten wurde sie von Helge Jörgensen, der seit September des vergangenen Jahres als Vikar in den Kirchengemeinden tätig ist. Der gebürtige Lübecker fühlt sich wohl in den Kirchengemeinden Kemnitz und Hanshagen. „Das ist hier die perfekte Umgebung, um sein Vikariat zu machen“, erzählte der 29-Jährige während der Visitation. Die dörfliche Struktur eigne sich gut, um neue Konzepte auszuprobieren. „Und die unglaublich herzlichen Menschen hier machen das auch gern mit“, sagte Helge Jörgensen augenzwinkernd. Wo es ihn nach seinem Vikariat hin verschlägt, weiß er noch nicht. Das sei schließlich auch eine Entscheidung der ganzen Familie. Doch sehe er für sich im ländlichen Raum grundsätzlich eine Perspektive. „Schon vor meinem Vikariat hier, konnte ich mir das Landleben vorstellen. Meine Arbeit hier und das damit einhergehende Lebensgefühl haben mich darin bestärkt.“
 
Gegenseitige Hilfe ist selbstverständlich

Nach einem ausführlichen Gespräch überreichte Propst Gerd Panknin (links) dem Hanshagener Bürgermeister Dr. Michael Harcks eine Biografie des mittelalterlichen „Apostels der Pommern“, Otto von Bamberg.
Propst Gerd Panknin traf sich in Hanshagen auch mit dem Bürgermeister, Dr. Michael Harcks, zu einem ausführlichen Gespräch. Dabei zeigte sich, wie eng und förderlich sich die Kooperation der Ortsgemeinde und der Kirchengemeinde gestaltet. „Die Zusammenarbeit ist ausgesprochen gut“, meinte Matthias Ballke, der an dem Treffen teilnahm. Seit der ersten gemeinsamen Fahrt zur holsteinischen Partnergemeinde Borsfleth, deren Zustandekommen seitens der Kirchengemeinde initiiert wurde, verstünden sich Pastor und Bürgermeister tadellos. Das bestätigte Michael Harcks: „Wir arbeiten seit vielen Jahren gut zusammen. Die Kirchengemeinde ist immer interessiert, an der Dorfentwicklung mitzuwirken.“ Und Matthias Ballke fügte hinzu: „Wir beide arbeiten für alle Menschen hier.“ Das sei die gemeinsame Grundlage der Kooperation. „Gegenseitige Hilfe ist in Hanshagen selbstverständlich“, ist Michael Harcks überzeugt. Vom Propst auf die Einwohnerstruktur angesprochen, sagte der Bürgermeister, dass es zwar insgesamt weniger Einwohner werden, der Anteil der Jüngeren jedoch steige. Das sei nicht zuletzt auch den Angeboten der Kirche zu verdanken, so die Einschätzung des Bürgermeisters.
 
Gemeinsam an einem Strang ziehen
 
„Es ist toll, wie sie hier an einem Strang ziehen“, sagte Gerd Panknin im Gespräch mit Michael Harcks. Als ein Beispiel dafür nannte er die Kita in Hanshagen, für die sich Kirchengemeinde und Kreisdiakonisches Werk Greifswald um die Trägerschaft beworben haben. Eine Entscheidung dazu werde noch in diesem Jahr erwartet. Gerd Panknin wünschte für diesen Aufbruch in der Kita Hanshagen Gottes Segen. Die Kita in Loissin, die bereits seit Januar 2016 erfolgreich durch die Kreisdiakonische KiTa gGmbH getragen wird, dient dabei gewissermaßen als Vorbild für Hanshagen. „Wir tun alles, damit die Kinder sich wohlfühlen und wirken mit der kirchengemeindlichen Arbeit in die Kita hinein“, so Matthias Ballke. So lädt er die Kitakinder beispielsweise wöchentlich zum Morgenkreis ein.
 
Evangelium zieht sich durchs Dorf
 
Während einer Führung durch Hanshagen zeigte Pastor Matthias Ballke dem Propst und den Kirchenkreisratsmitgliedern unter anderem das Kita-Gelände, den Friedhof und das Naturschutzgebiet am Hanshäger Bach. Rund 250 Mitglieder zähle die Kirchengemeinde Hanshagen, bei einer Zahl von rund 800 Einwohnern, so Pastor Matthias Ballke. „Es ist schön, eine intakte Dorfgemeinschaft zu erleben und zu sehen, wie im Zentrum des Dorfs alles zusammenrückt. Kirche, Bürgerhaus, Altenpflege sind eng verzahnt“, sagte der Propst während des Rundgangs. Ein funktionierendes Dorfzentrum sei unverzichtbar, um den demografischen Wandel gestalten und ihm sogar entgegenzuhandeln zu können, wie das Beispiel Hanshagen zeige. „Das Wirken des Evangeliums zieht sich durch das ganze Dorf“, stellten der Propst und die ihn begleitenden Kirchenkreisratsmitglieder nach ihrem Rundgang durch Hanshagen fest.

Quelle: PEK (sk)


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