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Studie

Arme und Arbeitslose haben höchstes Sterberisiko

09.10.2019 ǀ Rostock.  Forscher haben errechnet, dass Arbeitslose und Arme das höchste Sterberisiko in Deutschland haben. Wie das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock mitteilte, hätten drei Instituts-Mitarbeiter erstmals belastbar den Einflusss von Bildung, Einkommen und Beschäftigungsstatus auf das Sterberisiko berechnet. Sie nutzten dafür einen anonymisierten Datensatz der Deutschen Rentenversicherung. Dieser umfasst 27 Millionen Versicherte, die im Jahr 2013 zwischen 30 und 59 Jahre alt waren. Die Ergebnisse wurden jetzt im Wissenschaftsmagazin "BMJ Open" veröffentlicht. Ähnliche Untersuchungen für Deutschland hätten bisher wesentlich kleinere Datensätze aus Forschungsumfragen genutzt, hieß es. Das Sterberisiko ist die Wahrscheinlichkeit, unabhängig vom Alter zu sterben.

Den Angaben zufolge verdoppelt Arbeitslosigkeit das Sterberisiko. Bei Männern des am schlechtesten verdienenden Fünftels lag die Sterblichkeit um 150 Prozent über dem des am besten verdienenden Fünftels. Schlechtere Bildung erhöhte das Sterberisiko für Männer hingegen nur um etwa 30 Prozent. Bei den Frauen seien die Unterschiede vor allem beim Einkommen weniger stark ausgeprägt, hieß es. Arbeitslosigkeit und Bildung würden jedoch gleich schwer wiegen wie bei den Männern.

Für die Männer im Osten, die zur untersten Einkommens- und Bildungsschicht zählen, sei der Tod achtmal so wahrscheinlich wie für die Männer in der höchsten Einkommens- und Bildungsschicht. Im Westen hätten die am stärksten benachteiligten Männer ein gut fünfmal so hohes Sterberisiko.

Dass die Sterblichkeit der Männer im Osten höher ist, liege daran, dass es dort einen höheren Anteil an Arbeitslosen, an weniger Gebildeten und an Menschen mit geringerem Einkommen gebe. Denn diese Faktoren erhöhten die Sterblichkeit. Andere in Ost und West unterschiedliche Faktoren, wie etwa die medizinische Infrastruktur, spielten hingegen offenbar eine verschwindende Rolle.
Quelle: epd

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