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Arbeit mit Frauen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern

Andacht Oktober/November/Dezember 2019


Gedanken zu Licht

Licht als Erscheinung in der Natur hat einen kaum fassbaren Einfluss auf uns Menschen. Mit dem beginnenden Herbst wird das Licht anders. Wieder einmal überrascht es mich, wie schnell die Tage kürzer werden. Das Morgenlicht kommt später und es dunkelt schon am frühen Abend.

Im Programm des Frauenwerks wird für den Frauensonntag 2020 eine Gottesdienstwerkstatt zum bekannten Bibelzitat vom Licht und vom Scheffel aus der Bergpredigt angekündigt. Licht als Symbol, als Metapher, begegnet uns im Glauben in vielfältiger Weise.

Mit dem sich verändernden Licht im Herbst und der Kühle dieser Jahreszeit gehen meine Gedanken weiter in die bereits erahnbare adventliche Zeit. Spontan taucht vor meinem inneren Auge ein lichtumwobener, wegweisender Engel auf. Ganz praktisch erinnert mich die zu planende Meditation für den Frauengruppenabend zum Wechsel im Kirchenjahr an die vorweihnachtliche Zeit.

Mit wechselnden Sonnenständen in den Jahreszeiten zeigt Licht sich variantenreich. An einem regenreichen Herbsttag blitzen nur vereinzelt Lichtspiele auf in nasstropfenden Bäumen oder in Pfützen auf dem Gehweg vor dem Haus. Im  Morgennebel zeigen sich verfärbende Blätter mit leise flirrendem Licht. Ich denke oft auf malerischem Weg darüber nach und erforsche mit handwerklichen Mitteln Phänomene, die mir auch schon mal unmittelbar in meinem Garten begegnen. Da sind lichtvolle Reflexe in den reifen, herrlich gelben Quitten in der Mittagssonne zu finden oder in letzten, noch blühenden, dunkelroten Stockrosen im rasch vergehenden Abendsonnenlicht. 

Es sind bewegend schöne Seiten im Vergehen in der Natur. Das Verwelken der Blätter und Gräser bemerke ich deutlicher in dunkleren Tagen. Vielleicht ist es eine Frage der Wahrnehmung, andere Frauen neben mir bewegt das Vergehen mehr im Kontrast mit noch Blühendem an sonnendurchfluteten Herbsttagen.

Hilde Domin hat in vielen Gedichten das Licht beschrieben. Darin klingt auch Unsagbares, nicht in direkte Worte zu Fassendes an wie in dieser Zeile aus ihrem Gedicht Auf der Terrasse: Das Meer, perlensanft gerieft/und silbern wie Taubenflügel.

Möge stets Lichtvolles sein in unserem alltäglichen Erleben! 

Gottes Segen,
herzlich, Antje Heinrich-Sellering

Ausschuss für die Arbeit mit Frauen im Sprengel Mecklenburg und Pommern


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