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Arbeit mit Frauen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern

Andacht


Dezember 2019

Zur Jahreslosung 2020

Am 1. Advent begann ein neues Kirchenjahr, das unter der Losung Ich glaube; hilf meinem Unglauben! steht. Diesen Satz lesen wir im Markusevangelium, Kapitel 9, Vers 24.  Jesus hört ihn von einem Vater, der sich, weil sonst keiner helfen kann, an ihn wendet und ihn eindringlich, quasi mit dem letzten Funken Hoffnung, der in ihm ist, um die Heilung seines offensichtlich epilepsiekranken Sohnes bittet.

"Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!" (Vers 22). Jesus erklärt ihm ziemlich harsch, dass "alle Dinge dem möglich sind, der da glaubt". Daraufhin steht der Vater zu seinen Ängsten, Sorgen und Zweifeln und sagt jenen Satz: "Ich glaube; hilf meinem Unglauben!" Daraufhin handelt Jesus, befreit den Jungen von seinem Leiden, reicht ihm seine Hand und hilft ihm auf.

Beim Nachdenken über die Jahreslosung fiel mir, je nach Bibelübersetzung, die unterschiedliche Setzung der Satzzeichen auf. In der Regel steht ein Semikolon zwischen den beiden Sätzen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
Dann begegneten mir auch noch folgende Varianten:

Ich glaube – hilf meinem Unglauben!

Ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Ich glaube! Hilf meinem Unglauben.

Ich glaube! Hilf meinen Unglauben!

Ich glaube – hilf meinem Unglauben


Sprechen Sie diesen Satz mit seinen verschiedenen Betonungsmöglichkeiten einmal vor sich hin. Was machen die Satzzeichen aus? Ändert die Betonung die Aussage oder den Inhalt des Satzes oder meine Stimmung?

Glaube und Zweifel sind die beiden großen Themen über die wir im Jahr  2020 nachdenken sollen. Wir werden daran erinnert, dass das Leben nicht immer so verläuft, wie wir uns das vorstellen. Wir kennen Phasen, in denen wir unser Leben genießen, weil „alles“ gelingt und „seinen Gang geht“. Genauso kennen wir Phasen der Unsicherheit und Situationen, in denen unser Glaube immer kleiner und unsere Zweifel immer größer werden. Mal fühle ich mich Gott ganz nah, mal sehr fern.

Es ist die Ambivalenz unseres Lebens, die uns in der Jahreslosung begegnet. Halten wir sie aus und reden wir darüber. Vertrauen wir dabei darauf, dass Gott längst Glauben in mir gesät hat, und mich auch in meinem Unglauben trägt und begleitet.

Oberin Petra Zulauf
Schwesternschaft der Evangelischen Frauenhilfe Potsdam-Stralsund in der UEK e.V.



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